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Seit 2012 bieten wir exklusiv die Broschürenreihe

„Raketen und Lenkwaffen der Welt“ an.

 

Jedes Heft beschreibt auf ca. 60 Seiten Raketen- und Flugkörperfamilien,

historisch verwandte Entwicklungen unterschiedlicher Firmen und Länder

bzw. auch besonders interessante oder berühmt gewordene Einzelbaumuster.

 

Ein Heft kostet im Einzelverkauf 12 € zzgl. 2 € Versand.

Bei Bestellung von 3 und mehr Heften 10 € pro Stück

ebenfalls zzgl. 2 € Versand.

Ab 50 € Gesamtbestellwert ist der Versand innerhalb Deutschlands inklusive.

 

Leseprobe aus Heft 6 :

" Die Rakete der Nedelin  Katastrophe 1960 "

24. Oktober 1960

 

Als etwa 40 Minuten vor dem geplanten Startzeitpunkt 18:00 Uhr die Bedienmannschaft erneut ein Problem an der Steuerelektronik feststellte, wurde entgegen den hierfür geltenden Reparaturvorschriften der Start nicht abgesetzt, die Rakete nicht entleert und der Versuch verschoben, sondern alle Anwesenden Militärangehörigen und zivilen Techniker durch den ranghöchstem anwesenden Offizier Marschall Nedelin persönlich aufgefordert ihre notwendigen Reparaturarbeiten sofort und ohne Widerspruch an der voll betankten Rakete vorzunehmen.

Eine verhängnisvolle Anweisung, denn obwohl sich innerhalb des 60 - Minuten-Startfensters bestenfalls noch eine Handvoll Techniker hätten im Bereich der startbereiten Rakete aufhalten dürfen, waren es durch das demonstrative Verweilen Nedelins, der sich zu diesem Zeitpunkt einen Stuhl bringen ließ und sich umgeben von seinem Stab etwa 35 m neben der Rakete auf diesen setzte, um „Salpetersäuredämpfe einzuatmen“, wie man später sagte. Eine nur als verrückt zu bezeichnende Idee in Anbetracht der hier bestehenden Gefahren.

Zwar widersprach Nedelins Weisung und Verhalten allen geltenden Sicherheitsvorschriften bei Raketenstarts in Tjura Tam, doch wagte niemand auch nicht der für die Sicherheit auf dem Startplatz zuständige Offizier Alexej Iwaschtschenko es an diesem Tag gegen die auf dem Startplatz anwesenden hochrangigen Gäste oder auch seinen „obersten Dienstherrn“ aufzutreten und so waren es zu diesem Zeitpunkt noch insgesamt etwa 200 Personen, die sich bei der Rakete aufhielten. Selbst als der Startcountdown bereits in der so bezeichneten 30 Minuten-Bereitschaft lief d.h. kurz nach 18:30 Uhr herrschte noch immer reges Treiben am Startplatz und im direkten Umfeld der Rakete.

Generalmajor Alexander Grigorewitsch Mrykin, einer der Stellvertreter des Kommandeurs von Baikonur und Jangel meldeten sich zur gleichen Zeit zusammen mit dem Leiter der Komplexabteilung Raketen Oberst Alexander Sergejewitsch Matrenin und dem Konstrukteur Josif Jan für eine Rauchpause ab. Die Männer gingen hierfür hinter den über 100 m vom Startplatz entfernten und mit einem betonierten Weg mit diesem verbundenen Kontrollbunker, in dem sie sich im Rahmen eines normalen Startablaufes zu dieser Zeit hätten eigentlich bereits aufhalten müssen. Als die kleine Gruppe dort ankam und ihre Zigaretten anzuzünden wollte, waren plötzlich Triebwerksgeräusche zu hören und den Bruchteil einer Sekunde später erhellte eine gigantische Feuersäule das gesamte Testgelände. Die Uhr zeigte 18:45 Uhr Ortszeit als das Szenario der so „unvorschriftsmäßigen“ Startvorbereitung durch die jähe und gewaltige Explosion ihr grausiges Ende fand

 

„Es war schlimmer als Krieg.“ sagte ein Augenzeuge, der Kameramann Walentin Anochin, der mehr instinktiv als bewusst unmittelbar nach der Explosion seine Kamera einschaltete und in seinem Sucher nur noch ein Flammenmeer sah in dem Menschen herumirrten, die wie Fackeln brannten. Alles brannte, die Gebäude, Fahrzeuge, die Menschen, meine Kleidung. Ein Mann kam mir entgegen, seine Kleidung samt Haut hing nur noch in Fetzen – es war einfach alles weggeätzt.“ Viele der Flüchtenten liefen unter Schock völlig orientierungslos, einige verfingen sich im dem den Startplatz umgebenden Stacheldrahtzaun oder blieben im Bereich einer asphaltierten Straße im heißen sich verflüssigendem Asphalt kleben wo sie von der Flammenwalze erfasst wie Fackeln verbrannten. Die Menschen schrien und rissen sich ihre brennende Bekleidung vom Leib. Ein Mann versuchte den Flammen zu entkommen und verfing sich im Stacheldraht, Sekunden später brannte er dort lichterloh.“

 

„Als die Explosionen verebbten und die Feuer nachließen wurde es auf Startplatz 41 still.“ erinnert sich einer der ersten Helfer. „Die Toten lagen in den unterschiedlichsten Positionen überall und alle waren ohne Haar und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und verätzt … im fahlen Mondlicht schienen ihre Körper wie aus Elfenbein.“

 

Es war Jangel, der nachdem es still auf dem Startplatz geworden war nach Moskau per Regierungstelefon, das zuvor lediglich Nedelin für seine Berichterstattung über den Stand der Dinge an den Generalsekretär benutzen durfte, berichtete. Er erklärte Chruschtschow mit wenigen Worten was geschehen war und sprach von mindestens einhundert Toten. Als Chruschtschow ihn daraufhin wutentbrannt fragte “Aber Du, warum bist du am Leben geblieben?“ antwortete Jangel wahrheitsgemäß dass er zum Zeitpunkt der Explosion Rauchpause gemacht habe, woraufhin Chruschtschow wortlos auflegte.

 

 

Folgende weitere Hefte sind derzeit lieferbar:

 

Heft 1 „MiG OKB-2.155 / SKB-1 

Die Lenkwaffenfamilie Kometa / Meteor / Strela / Sopka“

 

beschreibt die Lenkwaffenfamilie Kometa-Meteor-Strela-Sopka, deren Entwicklung im Konstruktionsbüro OKB-155 MiG der Konstrukteure A. I. Mikojan und M. J. Gurewitsch in einer eigens dafür 1948 gegründeten Lenkwaffenabteilung erfolgte. Luft- und bodengestützt einsetzbar dienten alle im Rahmen der Serie entwickelten Flugkörper sowohl der Land- als auch der Seezielbekämpfung aus der Luft und im Rahmen von Küstenverteidigungsmaßnahmen während der Zeit des Kalten Krieges in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

 

48 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-0-1, Ladenpreis: 8,50 €

 

 

Heft 2 „Die Nachkommen der deutschen V-1 

Republic JB-2 Thunderbug / OKB-51 10Ch, 14 Ch und 16 Ch / Arsenal 5501 CT-10“

 

beschreibt die amerikanischen Nachbauten der deutschen Flugbombe Fieseler Fi-103 (V-1) unter den Bezeichnungen JB-2 „Thunderbug“ bzw. KUW-1 „Loon“, die im KB-51 unter Leitung von W.N. Tschelomej hergestellte sowjetische Nachkriegskopie der V-1 „10Ch“ und deren Weiterentwicklungen „14Ch“ und „16Ch“ und der in Frankreich ebenfalls auf Grundlage des V-1 – Entwurfes bei Arsenal entwickelte und gebauten Abkömmling 5501 CT.10 beschrieben. Allen Waffen gemeinsam war dabei ihr Antrieb mit einem Pulsostrahltriebwerk.

 

76 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-1-8, Ladenpreis: 12,00 €

 

 

Heft 3 „Sowjetische Orbitalraketen / OKB-1 (Koroljow) GR-1 

OKB-52 (Tschelomej) UR-200 B / SKB-586 (Jangel) R-36 orb“

 

beschreibt die drei in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in mehreren Konstruktionsbüros in der Sowjetunion parallel vorangetriebenen Entwicklungen der so bezeichneten Orbitalraketen GR-1, UR-200 B und R-36 O zur Schaffung eines im Minutenbereich liegenden thermonuklearen Bedrohungspotentials für das gesamte Territorium der Vereinigten Staaten von Amerika.

Lediglich die R-36 orb wurde bis zur Einsatzreife entwickelt und insgesamt durch 24 Versuchsstarts auch als FOBS (Fractional Orbital Bombardment System) erprobt.

 

56 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-2-5, Ladenpreis: 10,00 €

 

 

Heft 4A „Nachbau und Weiterentwicklung des deutschen Aggregat-4 (V-2)

in der Sowjetunion Teil A : Isdelie N und T (Fau-2) / R-1“

 

zeichnet die sowjetische Nachentwicklung der deutschen Großrakete Aggregat-4 (V-2) beginnend mit der nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zunächst in Nordhausen wieder eingerichteten V-2 (Isdelie-N) Fertigung bis zu deren erstem sowjetischen Nachbau R-1 (8A11) „Jedinitschka“ nach, die am 17. September 1948 ihren Erstflug absolvierte und von der bis zum 28. Juli 1956 insgesamt 149 Baumuster gestartet wurden.

 

52 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-3-2, Ladenpreis: 10,00 €

 

 

Heft 4B „Nachbau und Weiterentwicklung des deutschen Aggregat-4 (V-2)

in der Sowjetunion Teil B : R-2 / W-1 (A-1) / W-2 (A-2)“

 

beschreibt die weitere Entwicklung des Aggregat-4 Abkömmlings R-1 in der Sowjetunion als R-2 (8Sch38) „Dwoika“ und die bis in die sechziger Jahre hinein verwendeten Abwandlungen beider Baumuster als Höhenforschungsraketen W-1A, W-1B und W-1W sowie W-2A, W-2B und W-2E. Ergänzend werden die für einen bemannten Höhenflug geplanten Projekte WR-190 „Pobjeda“, der Langstreckenraketenentwurf R-2-Dwoika-Troika und die R-3 (8A67) und R-3A (8A63) vorgestellt.

 

60 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-4-9, Ladenpreis: 10,00 €

 

 

Heft 5A „Die ersten Raketen gegen Raketen in Ost und West

Teil A : W-1000 / System A“

 

Wenige Wochen vor dem ersten bemannten Flug eines Menschen in den Weltraum durch Juri Gagarin fand in der Sowjetunion ein anderes denkwürdiges Ereignis statt, das allerdings praktisch keine öffentliche Beachtung fand, da es zunächst streng geheim gehalten wurde.

Am 04. März 1961 gelang es erstmals über dem in Kasachstan liegendem Polygon Sary Schagan eine diesen anfliegende ballistische Rakete R-12 mit einer Antirakete W-1000 unter Einsatz einer speziellen herkömmlichen Gefechtsladung im Flug zu vernichten.

 

64 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-5-6, Ladenpreis: 12,00 €

 

 

Heft 6 „Die Rakete der Nedelin-Katastrophe 1960

OKB 586 R-16 (8K64) / SS-7 „Saddler“

 

Die Nedelin-Katastrophe gilt als das größte Unglück in der Geschichte der modernen Raketentechnik. Bei den Vorbereitungen für den Erststart der neuen sowjetischen Interkontinentalrakete R-16 kam es auf Startplatz 41 in Baikonur am 24. Oktober 1960 zu einer Explosion, die insgesamt 92 Menschenleben (57 Militärangehörige, 17 Industrietechniker und 18 Zivilisten) forderte. Seinen Namen erhielt das Unglück nach dem ebenfalls dabei ums Leben gekommenen ranghöchsten Offiziers auf dem Startplatz Marschall der Sowjetunion Mitrofan Iwanowitsch Nedelin. Was an diesem Tag geschah, und fast auf den Tag genau 30 Jahre lang geheim gehalten wurde, beschreibt die vorliegende Broschüre.

 

56 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9813795-7-0, Ladenpreis: 12,00 €

 

 

Heft 10 „HW-1 und HW-2

Die ersten Flüssigkeitsraketen des Konstrukteurs Johannes Winkler“

 

Am 06. Oktober 1932 explodierte unmittelbar nach der Zündung ihres Antriebes an der Ostseeküste nahe Pillau in Ostpreußen das einzige Baumuster der seiner Zeit um Jahre voraus eilenden Flüssigkeitsrakete HW-2 des Konstrukteurs Johannes Winkler, dem es zuvor am 14. März 1931 gelungen war, die erste europäische mit Flüssigmethan und Flüssigsauerstoff angetriebene Rakete HW-1 in Großkühnau bei Dessau erfolgreich zu starten.

 

44 Seiten mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, ISBN 978-3-9816596-7-2, Ladenpreis: 12,00 €

Als Sonderhefte lieferbar sind derzeit lediglich 

 

Heft A „Aggregat - 1 / Aggregat - 2"

Heft C  "Aggregat - 5"